Usability-Engineering – Begriff

Für die Übersetzung des Begriffes “Usability” ins Deutsche findet man in der Literatur verschiedene Ansätze. Die DIN ISO 9241-110 definiert Usability wie folgt:

Faktoren, die zur Benutzerfreundlichkeit beitragen, sind einfache Erlernbarkeit (intuitive Verständlichkeit), Aufgabenangemessenheit, Berücksichtigung von Vorwissen oder Stereotypien des Verhaltens (Erwartungskonformität) sowie Fehlerrobustheit. [9]

Recherchiert man in weiteren Quellen, findet man außer dem Begriff Benutzerfreundlichkeit auch den der Nutzbarkeit und das vor allem in Literatur, die sich inhaltlich auf Publikationen des führenden Usability-Experten Jakob Nielsen stützt. Gibt man jedoch in der Google-Suche die Begriffskombination Usability/Nutzbarkeit ein, erhält man ca. 29.000 Ergebnisse. Wiederholt man die Suche mit der Begriffskombination Usability/Benutzerfreundlichkeit, erhält man 46.000 Ergebnisse. Das lässt Rückschlüsse zu, dass die Übersetzung Benutzerfreundlichkeit im Deutschen geläufiger ist. Usability beschreibt, wie gut ein Nutzer die Funktionalität eines einem Systems (Software oder Hardware) zur Erledigung seiner Aufgaben benutzen bzw. anwenden kann. Der Grad der Nutzbarkeit wird zum einen dadurch bestimmt, wie schnell ein System erlernbar ist, d. h. wie viel Zeit der Nutzer aufwenden muss, bis er seine Arbeit mit dem System erledigen kann. Weiterhin spielt eine Rolle, wie effizient der Nutzer ein System nach dem Erlernen bedienen kann. Die Einprägsamkeit eines Systems sagt aus, wie gut ein Nutzer die Funktionalität eines Systems behalten kann. Ein gut nutzbares System sollte eine geringe Fehlerrate aufweisen, bzw. gut auf auftretende Fehler reagieren können und zu guter Letzt sollte das System angenehm zu bedienen sein (“joy of use”). [11] Usability ist auch ein Teil des Arbeitsschutzes. Arbeitnehmer haben ein einklagbares Recht auf gebrauchstaugliche Software, welches sich aus Absatz 20 des Anhangs der Bildschirmarbeitsverordnung aus folgendem Zitat ableiten lässt: “Die Grundsätze der Ergonomie sind insbesondere auf die Verarbeitung von Informationen durch den Menschen anzuwenden.” [3] Usability-Engineering wird mit Software-Ergonomie übersetzt. Ziel der Ergonomie ist Nutzbarkeit (Usability) der Arbeitsmittel zu erzeugen. Allgemein beschreibt das Usability-Engineering das methodische Vorgehen zur Sicherstellung der Usability. Es ist ein Teilprozess der Entwicklung und Gestaltung technischer Systeme und ergänzt das klassische Engineering, beispielsweise Software-Engineering, um ergonomische Aspekte. Das Usability-Engineering beschreibt Ansätze, Methoden, Techniken und Aktivitäten für einen Benutzerorientierten Entwicklungsprozess. [4]

[3] Bildschirmarbeitsverordnung – Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit an Bildschirmgeräten (BildscharbV)

[4] Florian Sarodnick, Henning Brau: Methoden der Usability Evaluation 2006, Verlag Hans Huber Bern

[9] DIN: Ergonomie der Mensch-System-Interaktion – Teil 110: Grundsätze der Dialoggestaltung (ISO 9241-110:2006), Beuth Verlag Berlin

[11] Jakob Nielsen: Usability engineering, Academic Press 1993

Leave a Reply